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7. März 2010

Profil: Robin Wood

Battle-robin

Robin Woods handwerkliche Fähigkeiten sind sehr breit gestreut. Am besten bekannt ist er für seine Arbeit mit der traditionellen, fußgetriebenen Drechselbank (Wippdrechseln) und das Buch, was über die Geschichte dieses Handwerks geschrieben hat (The Wooden Bowl). Wir geben gemeinsam Kurse im Löffelschnitzen ...er ist mein Mann, falls Du das noch nicht bemerkt hast! Auch benutzt er traditionelle Fachwerktechniken, um Brücken, Zaunübertritte, Tore, Bänke und andere landschaftliche Objekte anzufertigen.

Er ist auch sehr engagiert, traditionelle Handwerkstechniken zu erhalten und weiter zu geben. Dazu hat er die Heritage Crafts Association gegründet, die sich als Interessenvertretung der traditionellen Handwerke versteht. In Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen bietet sie einen Knotenpunkt für Handwerker, Gruppierungen, Gesellschaften und Gilden und auch einzelne Personen, die verhindern wollen, dass traditionelle Handwerksfähigkeiten in Vergessenheit geraten. Die Heritage Crafts Association strebt weiterhin nach einem nachhaltigen und gesunden Gerüst für Zukünftige Aktivitäten.

Robins Gründe zur Teilnahme an der Kesurokai sind zweierlei. Zum einen, aus der Sicht des Handwerkers, freut er sich auf das gemeinsame Arbeiten und den Austausch von Fähigkeiten mit den anderen Handwerkern, sowohl Europäern wie auch Japanern. Zweitens sucht er nach Anregungen, wie die Heritage Crafts Association es schaffen kann, dass die Fähigkeiten von einer Generation an die nächste weiter gegeben werden - eine Tradition, die in Japan viel länger gelebt wurde als im Vereinigten Königreich.

Viele weitere Informationen über Robin sind auf seiner Website und in seinem Blog zu finden.

3. März 2010

Profil: Cormac Seekings

Cormac Seekings Cormac Seekings' Leidenschaft ist das Arbeiten mit Rundholz und minimal bearbeiteten Stämmen, sowohl in Fachwerk- wie in Blockhauskonstruktionen.

Er lebt in Schottland und ist somit einer der vier Teilnehmer der disjährigen Kesurokai, die aus dem vereinigten Königreich kommen. Angeregt wurde er durch die Erfahrungen während des gemeinsamen Arbeitens mit den japanischen Zimmerleuten beim Bau des Torii 2007.
Nach dem Treffen wird er ein paar Wochen mit einer Studienreise der Minka-Architektur verbringen.

Die Tradition der Minka-Bauernhäuser ist ein fruchtbarer Boden, um sowohl Fachwerk- wie auch Blockhaus-Zimmerei zu untersuchen. Die beiden Stile wurden hier in (für Europäer) ungewöhnlicher Weise kombiniert, sowohl hinsichtlich der Konstruktion wie auch bei den Holzverbindungen.

Cormac glaubt, dass die Minka aus den feucht-kalten Regionen Japans viele Anregungen für den Bau von Holzhäusern in Schottland bieten. Da er sehr engagiert ist, Leute beim Eigenbau zu unterstützen und die Fähigkeiten zum Bau einfacher Häuser zu vermitteln, hofft er, hier selbst viel lernen zu können.


A house built by Cormac (click for a larger image) Cormac on-site

1. März 2010

Profil: Hannes Schnelle

Hannes Schnelle Hannes ist der Hauptorganisator der Kesurokai auf der europäischen Seite, der auch bereits die beiden Treffen 2005 und 2007 in Deutschland verantwortlich war.

Nach einer dreijährigen Ausbildung als Möbeltischler wurde Hannes Wandergeselle und verlies seine Heimatstadt in Deutschland, um seine Fähigkeiten zu vermitteln und neue zu erlernen. Seine Reise führte ihn bis nach Japan, wo er 2003 als letzter Auszubildender von dem hoch angesehenen Tempelbaumeister Sugimura san, dem Gründer der japanischen Kesurokai, akzeptiert wurde. Während dieser Zeit erlernte Hannes die japanische Sprache, wurde in der Handwerkergemeinschaft akzeptiert und kehr seitdem regelmäßig zurück, um dort zu arbeiten.

Seit 2006 arbeitet er in Deutschland und fertigt traditionelle japanische Tischlerarbeiten mit europäischen Einflüssen. Dies umfasst kleinere Projekte wie Shōji, traditionelle japanische Schiebetüren, und größere Fachwerkbauten. Er leitet darüber hinaus regelmäßig Kurse über trationelle Handwerkstechniken und das Schärfen der Werkzeuge und maht Vorführungen und Präsentationen seiner Arbeit.

Er hat seit 2008 zusammen mit Amemiya san an der Vorbereitung der diesjährigen Chisana Kesurokai gearbeitet und hier siehst Du ihn zusammen mit dem japanischen Team. Das Foto stammt von Amemiya sans website (auf Japanisch).


Hannes (far right) with the Japanese carpenters.

28. Februar 2010

Profil: Nicola Wood

Nicola Wood Ich hätte mich vielleicht früher vorstellen sollen, aber besser spät als nie! Ich bin an diesem Projekt beteiligt, da ich Designerin und Forscherin bin ... und mit einem Grünholz-Bearbeiter verheiratet, aber dazu später mehr.

Ich engagiere mich bei der Kesurokai vorwiegend als Dokumentatorin. Ich werde fotografieren, filmen und, sofern es technisch machbar ist, während des Treffens im August live aus Japan bloggen. Nach der Rückkehr plane ich einen kurzen Dokumentarfilm über das Projekt zu machen.

Nun etwas zu meinem Hintergrund; hauptsächlich bin ich Medien-Designerin, was ganz grob gesagt, bedeutet, dass ich Sachen entwerfe, die auf einem Computer erscheinen. Ich arbeite aber auch sehr viel mit Video. Mein hauptsächliches Interesse gilt Handwerksfähigkeiten; wie man sie erlernt, wie sie vermittelt werden, und wie man Multimedia benutzen kann, um sie von einer Person zu einer anderen weiter zu geben.

Obwohl ein großer Teil meiner Arbeit akademischer Natur ist (ich habe zwischenzeitlich einen Master und einen PhD erlangt), ist sie trotzdem sehr praxisnah. Ich verbrachte viele Stunden in den Werkstätten der Handwerker, in denen ich alles mit meiner Kamera und meinem Notebook beobachtet habe. Ich habe viel Zeit mit den Lernenden verbracht, in der ich das Unterrichtsmaterial testen konnte, um heraus zu finden, was nötig ist, um komplexe Fähigkeiten zu vermitteln.

Der Ursprung des Ganzen ist mein Partner, Robin Wood, der sowohl für sein traditionelles Drechseln und Grünholz-Bearbeitung bekannt ist, als auch für seinen Einsatz für Heritage Crafts...aber dazu mehr in einem anderen Post. Mit Robin zusammen zu arbeiten hat mir nicht nur einen einzigartigen Einblick in die Handwerkstechniken gegeben, sondern auch dazu geführt, dass ich meine eigenen Fähigkeiten des skandinavischen Löffelschnitzens mit Axt und Messer verfeinern konnte.

In Vereinigung all meiner Interessen haben wir einen sehr erfolgreichen Lehrgang zum Löffelschnitzen entwickelt und sind begeistert, wie viele Leute mit dem Schnitzen weitermachen, nachdem sie bei uns gelernt haben. Die von mir entwickelten Lehrmaterialien sind im Internet für diejenigen abrufbar, die an Kursen teilnehmen, und werden hoffentlich noch dieses Jahr als Buch erscheinen.

Mehr Informationen über mich findest Du auf meiner Website. Dort sind auch Links zu verschiedenen Sachen, die ich entworfen habe, meinem Video bei youTube ...und sogar meine akademischen Arbeiten!

Birch serving spoon.

25. Februar 2010

Profil: Amemiya san

Kunihiro Amemiya, ein hoch angesehener Behaumeister, ist der Hauptorganisator der Chisana Kesurokai in Japan.

Er ist ein Experte für traditionelle Holzbearbeitung und führt einen Betrieb, der Häuser im traditionellen Stil baut und repariert. Er hat an beiden europäischen Kesurokai-Treffen teilgenommen, die ihn dazu angeregt haben, nun eine Gruppe europäischer Handwerker nach Japan einzuladen.

Er begann mit den Vorbereitungen im August 2008 und eine Menge Arbeit wurde seit dem getan: der Baugrund wurde vorbereitet, das Holz ausgesucht und vorbereitet, die Finanzierung des Treffens und die Baugenehmigung wurden organisiert. Amemiya san unterhält einen wundervollen Foto-blog, der den Fortschritt an der Baustelle dokumentiert: auf Japanisch oder Deutsch mit Google Übersetzer (auf "Aktivitätsprotokoll" klicken, um die Fotos anzusehen)

Der Bauplatz, gelegen in der Landschaft NO der Stadt Kōshū in der Präfektur Yamanashi ist ein besonderer Ort für ihn; er liegt in der Nähe seines Geburtsorts aber war sehr überwuchert. Der Bambus wurde nun gerodet und ein altes Gebäude wurde als "Basis" für die Zimmerleute eingerichtet. Wenn Du das blog durchstöberst, wirst Du wundervolle Fotos finden, wie die Bäume gefällt und die Balken vorbereitet werden - und auch wie die Handwerker gemeinsam kochen und essen.

Dies ist ein Aspekt, der die Kesurokai so einzigartig macht. Die Handwerker arbeiten nicht nur gemeinsam und tauschen Fähigkeiten aus, sondern sie leben auch zusammen, teilen das Essen und unterhalten sich. Dies ermöglicht einen wirklichen Einblick und ein Verstehen der jeweilig anderen Kultur, jenseits aller Sprachbarrieren.

Abschließend hier ein Video, das Robin während der Kesurokai 2005 aufgenommen hat, und das ich nachbearbeitet habe:

... und hier ist noch ein weiteres Video, in dem Amemiya san mit einer japanischen Säge einen Stamm auftrennt.

19. Februar 2010

Wer kommt mit ?

Heute habe ich eine aktuelle Kontaktliste der Leute bekommen, die definitiv zugesagt haben, mit nach Japan zu kommen.

Im Moment sind wir 23 Leute: 3 aus UK ( Nicola Wood, Robin Wood and Cormac Seekings) plus 1 Belgier, 2 Schweden und 16 Deutsche. Wir sind die Glücklichen, die das Geld auch aufbringen können, wenn nicht genug durch Spenden und Sponsoren zusammen kommt.

Leider ist die Finanzierung der tschechischen Gruppe um Petr Růžička bisher nicht sicher, und sie müssen Spender finden, bevor sie die Flüge buchen können, was möglicherweise den Preis in die Höhe treibt. Die "Behau-Kraft" der Gruppe würde stark dezimiert, falls sie beim Auftreiben von Spenden nicht erfolgreich sein sollten.

Sobald ich es geschafft habe, mit den Leuten in Kontakt zu treten, werde ich Details über einzelne Teilnehmer und was sie tun veröffentlichen.